Folgende Forschungsliteratur, Petitionen, essayistische Beiträge und Presseartikel diskutieren den Genozidvorwurf gegen Israel kritisch bzw. lehnen diesen ab:

Fakten:

• Anders als immer wieder behauptet, gibt es keinen Konsens in der Einschätzung, Israel begehe Völkermord.

• Dissens, andere Meinungen werden wenig publiziert.

• Die Argumentation derjenigen, die einen Genozid behaupten, ist lückenhaft und oft einseitig in der Begründung, denn Hamas und andere palästinensische Terrororganisationen in Gaza werden nicht als Akteure wahrgenommen.

Kritik am Vorgehen der israelischen Kriegsführung muss fundiert, faktenbasiert und auf empirischer Grundlage beruhen.

Forschungsliteratur

• Debunking the Genocide Allegation: A Reexamination of the Israel-Hamas War (2023-2025)
Danny Orbach et al. untersuchen auf empirischer Grundlage die Genozid-Anschuldigungen und zeigen auf, wie internationale Presse unkritisch und ungeprüft Informationen übernimmt und verbreitet hat.
https://besacenter.org/debunking-the-genocide-allegationsa-reexamination-of-the-israel-hamas-war-2023-2025/

• Verena Buser, Anatomie eines Genozidvorwurfs. Der 7. Oktober 2023 und der Völkermordvorwurf aus der Holocaust- und Genozidforschung, in: Olaf Glöckner/Günther Jikeli (Hrsg.), Antisemitismus in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023, Nomos Verlagsgesellschaft 2025 (https://www.nomos-shop.de/de/p/antisemitismus-in-deutschland-gr-978-3-487-16727-5)
Umfangreiche Betrachtung der Genozidvorwürfe sogenannter progressiver Holocaust- und Genozidforscher.

• The Genocide Libel: How the World Has Charged Israel with Genocide
Historischer Überblick zu Genozidvorwürfen:
Norman J. W. Goda (Florida University, USA)
ISCA Research Paper 2025-3. Ein historischer Blick von Anfang des letzten Jahrhunderts bis heute. „…the connection between settler-colonial theory and genocide is not complicated because it avoids all complexity itself (…).
https://isca.indiana.edu/publication-research/research-paper-series/norman-jw-goda-research-paper.html

• From Archetype to Libel: The Misinterpretation of Amalek in Genocide Accusations
Avraham Russell Shalev, ISGAP Flashpoint
Eines der zentralen, angeblichen Argumente im Kontext des Völkermordvorwurfs ist die Aussage des israelische Premierministers Benjamin Netanjahu wenige Wochen nach dem Massaker vom 7. Oktober tätigte. Am 28. Oktober 2023 gab Netanjahu eine Pressekonferenz, auf der er sagte: „Denkt daran, was Amalek euch angetan hat.“ Der Beitrag dekonstruiert die Anschuldigungen, die diese Zitat als genozidale Absichtserklärung misinterpretieren.
https://isgap.org/flashpoint/from-archetype-to-libel-the-misinterpretation-of-amalek-in-genocide-accusations/

• Die Hamas-geführten Massaker und die dahinter liegende genozidale Absicht:
Hamas‘ October 7th Genocide: Legal Analysis and the Weaponization of Reverse Accusations: A Study in Modern Genocide Recognition and Denial
Avraham Russell Shalev, Israel Law Review, 1. April 2025
Zusammenfassung
Dieser Beitrag analysiert den Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 aus der Perspektive der Völkermordkonvention und argumentiert, dass diese Handlungen völkerrechtlich einen Völkermord darstellen. Unter Heranziehung internationaler Rechtsprechung legt die Analyse dar, wie die Handlungen der Hamas sowohl das objektive Tatbestandsmerkmal als auch die Anforderungen an die spezifische Absicht eines Völkermords erfüllen – belegt durch ihre Ideologie, ihre systematischen Strategien sowie Äußerungen ihrer Führung. Zudem untersucht der Beitrag, inwiefern umgekehrte Völkermordvorwürfe gegen Israel als rhetorischer Schutzschild fungierten, um die Anerkennung der eigenen völkermörderischen Handlungen der Hamas abzuwehren. Schließlich analysiert er die rechtlichen Implikationen für die Vertragsstaaten sowie für die internationale Gemeinschaft.
https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5183482

Petitionen o. ä.

• Over 100 Holocaust Scholars Protest Misuse of the Word „Genocide“
The David S. Wyman Institute for Holocaust Studies
Mehr als 100 Holocaust-Forscher aus aller Welt haben einen Brief unterzeichnet, in dem sie gegen den Missbrauch des Begriffs „Völkermord“ durch eine Gruppe protestieren, die vorgibt, im Namen jenes Gelehrten zu sprechen, der diesen Begriff geprägt hat. Das „Lemkin Institute for Genocide Prevention“ verwendet den Namen des verstorbenen Raphael Lemkin ohne die Genehmigung der Familie – so Joseph Lemkin, ein Familienmitglied. Das Institut hat Israel fälschlicherweise vorgeworfen, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen.
http://new.wymaninstitute.org/2026/02/over-100-holocaust-scholars-protest-misuse-of-the-word-genocide/

• Scholars for Truth about Genocide
Rechtswissenschaftler, Experten für Antisemitismus, Geschichte, Holocaust und Völkermord, ehemalige Staatsanwälte sowie weitere Autoritäten – darunter Nachfahren von Überlebenden – fordern die International Association of Genocide Scholars (IAGS) auf, eine Resolution zurückzuziehen, die Israel unter offensichtlich fehlerhafter Anwendung von Recht und Geschichte des Völkermords bezichtigt.
https://www.scholarsfortruthaboutgenocide.com/

Essayistische Beiträge, Presseartikel

• Der angebliche Konsens über den »Völkermord« im Gazastreifen
Verena Buser, Mena-Watch, 13. Mai 2026
Wissenschaftler, die von einem »Völkermord« Israels sprechen, sind laut, aber sie sind alles andere als unumstritten. Von einem Konsens kann keine Rede sein.
https://www.mena-watch.com/der-angebliche-konsens-volkermord/

• A response to Eyal Weizman’s „All they will find is sand“ – Verena Buser and Avraham Russell Shalev
London Centre for the Study of Contemporary Antisemitism, Mai 2026
Der Beitrag diskutiert und dekonstruiert einen Artikel des Architekten Eyal Weizman, Leiter des Projektes „Forensic Architecture“, das an vorderster Front den angeblichen Genozid in Gaza dokumentiert. Weizman vertritt die These von „drei Genoziden“: Deutsch Südwestafrika, Holocaust und Gaza.
https://londonantisemitism.com/news/a-response-to-eyal-weizmans-all-they-will-find-is-sand-verena-buser-and-avraham-russell-shalev/

• The Gaza ‘genocide’: a 21st-century blood libel
Avraham Russell Shalev, Spiked, 25. September 2025
Kritische Diskussion der Akteure und Institutionen, die den Genozidvorwurf verbreiten
https://www.spiked-online.com/2025/09/21/the-gaza-genocide-a-21st-century-blood-libel/

• Responding to the Genocide Accusation. An Interview with O Globo in Brazil
Jeffrey Herf, Times of Israel, 3. September 2025

• Targeting History: Anti-Israel Activism among Progressive Holocaust and Genocide Scholars
Verena Buser, TelosInsights, 1. August 2025
Völkermordvorwürfe aus der Holocaust- und Genozidforschung (Omer Bartov, A. Dirk Moses u. a.)

• Why it’s wrong to call Israel’s war in Gaza a ‘genocide’
Norman J. W. Goda/Jeffrey Herf, The Washington Post, 3. Juni 2025
„Diejenigen, die Israel des Völkermords bezichtigen, vermeiden es, die Vernichtungsideologie der Hamas sowie den Völkermord – der am 7. Oktober begann und anschließend unterbrochen wurde –, der aus ihr hervorging, zu beschreiben. Zudem scheuen sie davor zurück, sich den mittlerweile umfassend dokumentierten Fakten hinsichtlich des völkermörderischen Charakters der Handlungen der Hamas und anderer Terrororganisationen im Gazastreifen am 7. Oktober zu stellen.“
https://www.washingtonpost.com/opinions/2025/06/03/israel-gaza-genocide-allegations/

• Agitprop mit Genozid
Verena Buser, Jungle World 2025/01, 16.
Der Genozid-Vorwurf gegen Israel ist nicht neu. Er wurde seit dem Sechstagekrieg 1967, damals vor allem durch die antizionistischen Kampagnen der Sowjetunion, immer wieder verbreitet. Er wird bei jeder militärischen Auseinandersetzung Israels mit seinen Feinden wiederholt, ohne Erbringen des erforderlichen Nachweises der Absicht:
https://jungle.world/artikel/2025/01/gegen-israel-agitprop-mit-genozid

• Is Israel Really Committing Genocide in Gaza?
Quillette Podcast mit dem Historiker Norman J. W. Goda, 21. Februar 2024
https://podcasts.apple.com/de/podcast/is-israel-really-committing-genocide-in-gaza/id1441708286?i=1000646080510

• South African Lawfare at The Hague
Norman J. W. Goda, Quillette, 17. Januar 2024
Zur Klage Südafrikas beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag

Argumentationshilfe

• Genocide and Holocaust Accusations in Academic Writing. „Genocide“ Arguments and Counterarguments
Balázs Berkovits, The Elizabeth and Tony Comper Center for the Study of Antisemitism at the University of Haifa
Balázs Berkovits, Fellow am Comper Center, analysiert, wie nach dem 7. Oktober 2023 im akademischen und intellektuellen Bereich Genozidvorwürfe entstanden, und widerlegt diese. Ziel des Dokuments ist es, jene Argumente zu dekonstruieren, die Israel als einen völkermörderischen Staat darstellen und immer Begriffe und Anschuldigungen wie Siedlerkolonialismus, dehumanisierende Rhetorik, vorsätzliche Pläne, den Gazastreifen unbewohnbar zu machen, sowie Vergleiche zwischen dem israelischen Vorgehen im Gazastreifen und dem Holocaust enthalten.
https://compercenter.haifa.ac.il/?p=1138

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